Gott ist „Heimat“!
Farben, Zeichen und Figuren vergegenwärtigen Gottes „Ich-Bin-Da!“
Türkis und Altrosa spiegeln das Lebensgefühl der Biedermeierzeit wider. Romanische Querstreifen an den Wänden, gotische Spitzbögenrahmen um die Madonna und ums Kreuz oder barockes Gold um die Kreuzwegstationen erzählen von unserer 2000-jährigen heimatlichen Kirchenbau- und Glaubensgeschichte. Jesus am ausstrahlenden Kreuz in einem offenen Auferstehungsfenster verbunden über ein Lichtband mit Maria im Graffiti-Scherenschnitt mit der heimatlichen Tracht, bündeln die ganze Geschichte des Neuen Testamentes, des christlichen Glaubens. Leere Comic-Blasen öffnen ins Hier und Heute, lassen die heimatliche Seele denksprechen.
Das Thema „Heimat“ im Glauben umzusetzen, war für den jungen Offenburger Künstler Stefan Strumbel im Jahr 2011 ein sehr großer Reiz, da die 1963 fertiggestellte Goldscheurer Kirche einer Neugestaltung dringend bedurfte.
Das Taufbecken steht im Vordergrund, unter dem Kreuz und erinnert an den ursprünglichen Zuspruch Gottes, dass er uns leidenschaftlich (passioniert) annimmt, wie ein Kind oder sein geliebtes Gegenüber. Der Altar stellt die Mitte dar, um die sich eine Tischgemeinschaft bildet, die miteinander im Geiste Jesu Christi Leben und Glauben teilt.
Steinmetz Hubert Benz hat die zentralen gottesdienstlichen Elemente neu gestaltet.
Text : Pfarrer Thomas Braunstein
Veröffentlichung :
Bauwelt 36.2016 ´Oh Gott, hoffentlich geht das gut!´ Seite 40 - 43
