Die St. Laurentiuskirche in Wiesloch wurde in den Jahren 1750-1754 erbaut und zählt mit ihrer qualitätvollen und einheitlichen originären Ausstattung zu den bedeutenden Barockbauwerken der Kurpfalz.
Die Baumaßnahme umfasste die Außensanierung, gefolgt von der Innenrenovation mit Umgestaltung des Eingangsbereiches.
Der Sanierungsschwerpunkt bei der Außenrenovierung bestand in der Behebung umfangreicher Schäden an dem noch größtenteils historischen Dachstuhl – in deren Zuge nicht historische Stahlverbindungen zurückgebaut und durch zimmermannsmäßige Konstruktionen ersetzt wurden – sowie an der Dachdeckung, insbesondere an der des Schiefers. Die mit mehreren Gesimsebenen gestaltete Sandsteinfassade erhielt neue Kupferabdeckungen und mit Walzblei geschützte Wandanschlussfugen. Der Auftrag von Steinersatzmaterial bis hin zum Einbau reich profilierter Vierungen beschreiben den hohen Sanierungsgrad an der Außenfassade. Des Weiteren wurden die Fenster fachgerecht repariert und für die automatisierte Lüftung umgebaut.
Den wichtigsten Bestandteil der Innenrenovierung stellt die Erneuerung und Neukonzeptionierung der technischen Gewerke dar: der Elektroinstallation, der Beleuchtung, der Elektroakustik, der Medientechnik und der Temperierung. Vorhandene Wand- und Pendelleuchten wurden durch neue indirekt- und direktstrahlende LED-Wandleuchten mit RGB- Anteil ersetzt, welche die Raumschale auf verschiedenste Weise ausleuchten und in Szene setzen. Neue Lautsprecher und Induktionsschleife ergänzen die elektroakustische Anlage. TV-Bildschirme sind Liedanzeige und für die Übertragung verschiedenster Inhalte einsetzbar. Eine umfangreiche Gebäudeautomation vervollständigt die technische Ausstattung.
Eine Fußbodenheizung im Gestühlsboden und in Teilen des Natursteinbodens ersetzt die vormalige Warmluftheizung; sie wird von einer klimaschutzbewussten Luft-Wärmepumpen-anlage versorgt. Temperieren statt Heizen. Auch der Sanierungszyklus im Innenraum soll damit verlängert werden.
An der Deckenschale, wie auch an der barocken Ausstattung, wurden vorrangig Reinigungs- und konservatorische Restaurierungsarbeiten durchgeführt, an den Wänden nach technisch notwendigen Eingriffen ein Egalisierungsanstrich aufgebracht.
Unter der Empore erfolgte der Rückbau des Holzgestühlsbodens und der Bänke zugunsten einer mobilen Bestuhlung, welche einen flexibel nutzbaren Raum der Begegnung ermöglicht.
Bezuschusst wurde die Gesamtmaßnahme durch die Stiftungen der Erzdiözese, aus Mitteln der Denkmalpflege und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.
Die Gutleuthofkapelle oder St.-Laurentius-Kapelle steht im Heidelberger Stadtteil Schlierbach in der Nähe des südlichen Neckarufers etwas unterhalb des Bahnhofs Schlierbach-Ziegelhausen neben der Ziegelhäuser Brücke. Die gotische Kapelle wurde 1430 für das Siechenhaus für Aussätzige (Gutleuthaus) gestiftet und diente später der Schlierbacher Bevölkerung als Kirchenraum und Friedhofskapelle. Die Kapelle überdauerte sowohl den Bau der Neckartalbahn 1861 als auch den Abbrand des verbundenen Gutleuthauses im Jahr 1880. Heute sind lediglich an der Westfassade der Kapelle noch Spuren der ehemaligen Bebauung zu erkennen. Nach dem Bau der Schlierbacher Pfarrkirchen Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Gutleuthofkapelle ihre Funktion als Kirchenraum für beide Konfessionen verloren. 1921 bewahrte die Entdeckung mittelalterlicher Wandmalereien die Kapelle vor dem Abriss, die 1941 freigelegt wurden. In den 1950er Jahren erfolgte eine umfassende Renovierung der Kapelle, bei der das Dach neu eingedeckt wurde und der Innenraum umgestaltet wurde. Die letzte Renovierung erfolgte innen 1987, außen 1998.
Vor der Sanierung im Jahr 2022/2023 waren einige Schäden im Außenbereich sowie im Innenraum an der Kapelle sichtbar, die eine umfassende Renovierung erforderlich machten.
Da die Kapelle unter Denkmalschutz steht wurde die Restaurierungsmaßnahme auch vom Landesdenkmalamt für Denkmalpflege begleitet.
Außenrenovierung
Die vorhandene Dacheindeckung (von 1950) wies Undichtigkeiten, sowie eine Lattungsebene mit sehr großen Abständen und teilweise bereits gebrochenen Latten auf. Die Dachhaut wurde durch eine Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln und einer Lattungsebene mit geringerem Dachlattenabstand erneuert. Um eine saubere Überdeckung der Ziegel im Bereich des Spitzhalbkegels über dem Chorbereich zu erzielen.
Die durch Holzfraß geschädigten Deckenbalken im Dachraum wurden gegen einen weiteren Insektenbefall behandelt, die geschwächten Holzbalken durch Beihölzer verstärkt.
Der Sockelputz der Außenfassade förderte Salzausblühungen im Innenbereich und wurde bis zu einer vorhandenen Putzkante, in der Höhe von ca. 1,50m, gegen einen geeigneten Feuchteregulierungs-Putz ausgetauscht, der den Feuchtetransport nach außen unterstützt.
Die Außenfassade wurde anschließend gereinigt und neu gefasst. Die vorhandenen Traufbretter wurden ausgetauscht und farblich überarbeitet.
Innenrenovierung
Die Wandflächen des Kapellenraums wurden sanft gereinigt und anschließend neu gefasst. Die durch Salzausblühungen geschädigten Putzflächen im Sockelbereich wurden durch einen Kalkputz ersetzt. In diesem Zuge wurden ebenso die vorhandenen Knappschen Röhrchen in den Wandsockeln entfernt.
Die Restauratorin reinigte anschließend die Wandmalereien, festigte lose Putzflächen und schloss Risse. Die Reinigung brachte einige Details der Wandmalereien wieder zum Vorschein und intensivierte die Farben. Zum Abschluss wurden farbliche Fehlstellen wiederhergestellt und brachten die Malereien wieder zum Glänzen.
Die Innenausstattung der Gutleuthofkapelle aus den 50ern war für die hiesige Gemeinde zu starr und wirkte sehr dunkel und drückend auf den Raum. Daher wurde die Möblierung sowie die liturgischen Elemente komplett neugestaltet.
Ein 10 cm hohes Holz-Podest aus Eichendielen bildet die Basis für die Sitzbank wie auch die liturgische Ausstattung und bindet diese optisch zusammen. Diese Plattform verstärkt als erlebbare gemeinsame Basis das Gemeinschaftsgefühl in den Gottesdiensten, sorgt aber als Gestühlsboden auch ganz klassisch für eine wahrgenommen wärmere Oberfläche als der kalte Steinboden.
Vom gemauerten Wandaltar wurde die Mensa aus Sandstein übernommen und auf einen freistehenden hölzernen Altarfuß gesetzt. Gegenüber dem Altar wurde ein verschiebbarer Ambo geschaffen. Um die zweipolige Anordnung herum ersetzt eine umlaufende halbrunde Holzbank die alten Bänke und lässt den Raum der Kapelle frei für die sehr variable Nutzung in Form von Gottesdiensten, Taizé-Gebeten oder auch Meditationen.
Die Stiftskirche Liebfrauen in Baden-Baden ist ein Kulturdenkmal von landesgeschichtlich wie kunsthistorisch besonderer Bedeutung: landesgeschichtlich aufgrund ihrer Bezüge zur deutschen wie europäischen Geschichte und jener Baden-Württembergs vor allem als dritte und letzte Grablege der katholischen Linie der Markgrafen von Baden, die zahlreichen Königen und Kaisern als Feldherren dienten, kunsthistorisch vor allem im Blick auf einige Teile der Ausstattung – insbesondere das spätgotische Sakramentshaus und das 1967 vom Friedhof an der Spitalkirche hierher translozierte, 1467 von dem Bildhauers Niclas Gerhaert van Leyden geschaffene Kruzifix, das die Stelle der früheren Hochaltäre einnimmt.
Die erste Erwähnung der Kirche findet sich in einer Urkunde des damals 7-jährigen Königs Otto III. vom 27. August 987, die die Schenkung des Ortes samt der damals königlichen Eigenkirche an den Grafen Manegold vom Zürichgau – einen Vertrauten seiner Großmutter, der Kaiserin Adelheid – dokumentiert. Dieser Vorgang stand offenbar in Zusammenhang mit der Vorbereitung der schließlich 991 erfolgten Gründung des Grabklosters der 999 dort beigesetzten und 1097 heiliggesprochenen Adelheid (von Burgund) im Rastatt gegenüberliegenden Sel(t)z, dessen Vogteirechte die Markgrafen von Baden infolge des staufisch-zähringischen Ausgleichs wohl ab 1098 über Jahrhunderte ausübten. Sel(t)z gehörte bis zum Rastatter Kongress 1798 zum Territorium der Markgrafschaft.
Nur durch wenige Notizen öffentlich bekannt un von der Denkmalpflege bis heute nicht publiziert sind die archäologischen Erkenntnisse, die im Zuge der letzten Innenrenovation 1967 gewonnen wurden. Damals entdeckte man zum einen im Marienchor Teile römischer Badeanlagen, auf deren Reste man offenbar bereits 1808 gestoßen war, als die Gruft für den damals von Koblenz nach Baden-Baden transferierten Jakob II., Erzbischof von Trier, im Hauptchor ausgehoben wurde. Außerdem wurden neben zahlreichen mittelalterlichen Bestattungen auch einige frühmittelalterliche Plattengräber im Mittelschiff vorgefunden; darunter das in situ erhaltene „Grab 1“ – auch als „Fürst(inn)engrab“ bezeichnet –, dem laut damaligem archäologischen Bericht von Dr. Hubert Krins sogar noch zwei ältere christliche Bestattungsphasen vorausgegangen waren. Benachbart dazu ein Befund, bei dem es sich um die Fundamentierung der Westfassade und die Portalschwelle der vorromanischen Kirche gehandelt haben könnte.
Auch vor diesem Hintergrund standen am Beginn der Baumaßnahmen zunächst das Studium der einschlägigen Literatur, Recherchen in verschiedenen Archiven sowie diverse Voruntersuchungen, wobei die restauratorischen schon im Jahr 2000 begonnen hatten und erste wissenschaftliche Untersuchungen zur von den unmittelbar benachbarten Thermalquellen herrührenden Feuchte- und Salzbelastung der Baukonstruktionen bereits Anfang der 1990er-Jahre initiiert worden waren.
Bevor allerdings die Arbeiten im Innenraum in Angriff genommen wurden, erfolgte 2020 zunächst die Außeninstandsetzung des Turmes. (Das Langhaus der Kirche war 1998 sowie der Chorbereich 2006 außen instandgesetzt worden.) Das bedeutende Geläut mit seinen neun 1948 aus „Briloner Sonderbronze“ gegossenen Glocken im Stahlglockenstuhl der 1930er-Jahre wurde auf dem Hintergrund der seit 2005 im Europäische Kompetenzzentrum für Glocken ECC-ProBell® an der Hochschule Kempten gewonnenen Erkenntnisse neu eingerichtet; die festgestellte extreme Beanspruchung insbesondere der großen Glocken wurden mit dem Einbau
neuer Klöppel und der dadurch ermöglichten Verringerung der Läutewinkel auf einen Bruchteil reduziert.
Anlass der sich dann unmittelbar anschließenden Innenrenovation waren die – nach über 50 Jahren – starke Verschmutzung aller Oberflächen sowie die Tatsachen, dass weder der Waschbetonboden des Kirchenschiffs und der Seitenchöre noch die nachkonziliare liturgische Disposition – letztere eine sicherlich beachtliche Frucht der Zusammenarbeit des damaligen Pfarrers Clemens Weis und des Architekten Werner Groh – noch überzeugten. Außerdem waren die Beleuchtung, die elektroakustische Anlage und die gesamten Elektroinstallationen zu erneuern sowie die Heizung zu modernisieren.
Oberflächentemperaturmessungen am Boden und an den aufgehenden Baukonstruktionen, eine Thermografie und geologische Untersuchungen (im Kirchenschiff wurden vier Bohrungen angelegt, wobei vor dem Marienchor in 3 Meter Tiefe eine Temperatur von ca. 30 °C gemessen wurde) belegten die These, dass dem Kirchenraum aufgrund der benachbarten, über 60 °C warmen Thermalquellen in erheblichem Maß Wärme aus dem Untergrund zufließt. Diese Tatsache nutzend, wurde im Bereich der bisherigen Hypokaustenheizung nun eine wassergeführte Fußbodenheizung eingebaut, wobei die sich die darunter stauende Erdwärme mittels eines Ventilationssystems dem Kirchenraum zugeführt und damit genutzt werden kann.
Der großformatige Bodenbelag und die neue Stufenanlage des liturgischen Mittelpunkts aus rotem Schweinstaler Sandstein, die gereinigten Oberflächen der Ausstattung und der Sandsteinimitationsmalereien der Architekturglieder sowie die nach dem Austausch salzbelasteter Putze insgesamt neu gefassten Wand- und Gewölbeflächen erstrahlen nun im warmweißen Licht des eigens hierfür entwickelten Beleuchtungskonzepts.
Über die an der gesamten Ausstattung vorgenommenen konservierenden Reinigungen und Retuschen hinaus wurden am Chorgestühl teilweise Übermalungen entfernt, die die Intarsien imitierenden Fassungen bedeckten. Und auch die barocken Eichenholzoberflächen der Portale, der Emporenbrüstung und der alten Kirchenbankelemente kommen neu zur Geltung, nachdem deckende Überfassungen abgenommen wurden. Bei allen restauratorischen Arbeiten wurde mit Maß und Ziel vorgegangen, zumal es nicht darum ging, einen Idealzustand herzustellen, sondern in Relation zum überlieferten Bestand mit all seiner Geschichte die angemessenste, primär konservierende Bearbeitung auszuführen.
Mit den in den 1960er-Jahren aus Tropenholz gefertigten Bänken wurde ein Fremdkörper entfernt und durch in ihrer Konstruktion moderne Bänke ersetzt, die die Materialität des historischen Kirchengestühls aufnehmen. Sie sind nun auf das Mittelschiff konzentriert. Mit einem – wie alle neuen Elemente – bewusst modern gestalteten Beichtraumeinbau vor der Marienkapelle wird schließlich ein neuer Akzent gesetzt. Mit diesem korrespondieren die Windfanganlage in der Turmhalle und ein Lager am Westende des südlichen Seitenschiffs, das die Bestuhlung der Seitenschiffe aufnehmen kann. Die damit in den Seitenschiffen entstandenen Freiräume dienen zukünftig insbesondere der temporären Präsentation von Kunst, womit – neben der immer wieder neu zu feiernden Liturgie und neben anspruchsvoller Kirchenmusik – zeitgenössische Akzente eines lebendigen Glaubens an diesem geschichtsträchtigen Ort gesetzt werden können – und sollen.