Heiligkreuzsteinach - Heilig Kreuz (2005)

Erbaut 1767
Außen- und Innenrenovation  –  Liturgische Neugestaltung
2005 - 2007

In einem I. Bauabschnitt wurde 2005/06 die Außenrenovierung der 1767 erbauten Kirche durchgeführt. Dabei wurden die Dachflächen neu gedeckt und alle schadhaften Holzbauteile erneuert. Erhöhte Aufmerksamkeit wurde der konstruktiven Sicherung des Gebäudes eingeräumt, welche mit Kernbohrungen und entsprechenden Verspannungen entlang der Längswände realisiert wurde. Die barocke Farbigkeit wurde wieder hergestellt. Sowohl das Ockergelb der Putzflächen, als auch das Rot der Sandsteine und der Traufhölzer konnten an historischen Bauteilen noch nachgewiesen werden.

Der 2006/07 ausgeführte II. Bauabschnitt im Innenraum hatte neben der kompletten Erneuerung der technischen Ausstattung die Neufassung der Raumschale, sowie die Neugestaltung des Altarraumes samt neuer liturgischer Ausstattung zum Gegenstand. Wesentlicher Bestandteil der Neukonzeption war der Wiedereinbau des Chorbogens. Durch diesen Eingriff konnten die ursprünglichen Raumproportionen wieder hergestellt werden. Ergänzt wurde diese Maßnahme durch das Einbringen einer neuen Stuckdecke, eines Sandsteinbodens und einer zurückhaltenden Farbgebung an den Wandflächen. Die barocke Räumliche Wirkung wird durch ein angenehmes, natürliches Licht unterstützt. Dafür mussten die stark getönten Glasflächen gegen  Antikgläser ausgetauscht werden. Das Lichtkonzept beschränkt sich im Wesentlichen auf den Einsatz von Wandleuchten, welche direkt und/oder indirekt eingesetzt werden können. Ein großer Vorteil dabei ist die Blendfreiheit und der uneingeschränkte Blick durch den Kirchenraum. Die weitere Ausstattung wie Holzbänke, Beichtstuhl, Schriftenstand, Weihwasserbehälter, Windfanganlage usw. wurde in ihrer Materialwahl wie Farbigkeit aufeinander abgestimmt.

Die Orgel wurde nach ihrer Bearbeitung wieder aufgebaut und ebenfalls in das Gesamtfarbkonzept eingebunden.

Chorraumgestaltung und neue Prinzipalien
Durch den Wiedereinbau des Chorbogens und die damit verbundene Positionierung der Seitenaltäre ist eine starke Fokussierung auf die Mitte des neuen Chorraumes entstanden. Aus diesem Grund wurde eine Wandscheibe aus Beton an der Stelle des abgängigen Hochaltares errichtet. Diese Scheibe füllt nicht nur die Mitte, sondern staffelt auch die Tiefe des Raumes und trägt das Kreuz, das aus mehreren Stahlplatten herausgearbeitet wurde. Der Stahl steht mit seiner natürlichen Farbigkeit für das Leid und den Tod Christi und trägt die historische Kreuzigungsgruppe des ehemaligen Hochaltares. Durch eine leichte Verschiebung konnte das Kreuz aus dem Zentrum genommen werden. Die blau lasierte Betonwand steht für den Auferstehungsgedanken und befindet sich direkt in der Raumachse.

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