Bei der katholischen Pfarrkirche St. Vitus in Heidelberg-Handschuhsheim handelt es sich um die älteste urkundlich erwähnte Kirche auf heutiger Heidelberger Gemarkung. Ihre Ursprünge gehen zurück auf das 8. Jahrhundert, die Substanz wurde aber immer wieder im Lauf der Jahrhunderte überformt. Bemerkenswert ist insbesondere der Freskenzyklus aus dem 15. Jahrhundert in der heutigen Vorhalle.
Der letzte große - und das heutige Erscheinungsbild maßgeblich prägende - Eingriff erfolgte in den Jahren 1933 - 1934. Nach den Planungen des Architekten Franz Sales Kuhn wurde das Volumen der Kirche nahezu verdoppelt und die Ausrichtung der Kirche von Ost-West auf Nord-Süd gedreht, wobei der ursprüngliche gotische Chor als Kapelle erhalten blieb. In den Folgejahren wurde die Kirche den neuen liturgischen Erfordernissen, insbesondere im Altarraum, immer wieder angepasst und modifiziert, ohne an der grundsätzlichen Kuhnschen Konfiguration etwas zu ändern, allerdings mit zum Teil erheblichen Substanzverlusten bei der Ausstattung.
Das letzte Mal wurde die Kirche im Jahr 1980 einer kompletten Innenraumsanierung unterzogen. Seitdem wurden lediglich kleinere Maßnahmen durchgeführt, so dass nach 35 Jahren eine komplette Sanierung des Kircheninneren ansteht.
Im Rahmen der Sanierung sollen neben den offensichtlichen Nutzungsspuren auch einige technische, funktionale und, aus heutiger Sicht, liturgische Schwachpunkte beseitigt werden, ohne dass die grundsätzliche Konfiguration der Kirche geändert werden soll. So werden unter anderem eine neue Beleuchtung und Heizungsanlage installiert, sowie vorsichtige Überarbeitungen an der liturgischen Ausstattung vorgenommen, insbesondere die Verlegung des Tauforts in den Altarraum. Maßgebliche Änderungen erfolgen auch im Bereich des alten Chors, in dem die Voraussetzungen für zeitgemäße liturgische Formen geschaffen werden und die dieses hochgotische Schmuckstück in St. Vitus ins rechte Licht setzen.
