Sanierung Dachtragwerk und Eindeckung, Restaurierung von Raumschale und Ausstattung, Einbau einer Lüftungssteuerung
Killer - Filialkirche - Mater Dolorosa
LPH 1-3:
Architekt Wallisch, Gammertingen-Neufra
LPH 4-9
Erzb. Bauamt Konstanz
Bauzeit:
2022/23
Die Filialkirche Mater Dolorosa in Killer wurde zwischen 1776 und 1778 unter Einbeziehung eines älteren Kirchturmes erbaut. Der hohenzollerische Baumeister Christian Großbayer aus Haigerloch entwarf die Kirche, Franz Ferdinand Dent malte sie aus.
Ein schweres Erdbeben im Jahr 1978 erschütterte die Kirche so stark, dass man den Turm abreißen musste sowie die Außenwände der Kirche komplett neu aufmauerte. Das Dachtragwerk und die darunter hängende Stuckdecke aus dem 18. Jahrhundert blieben als Einziges vom Großbayerbau erhalten. Auch der Kirchturm wurde neu aufbetoniert und bei dieser Gelegenheit etwas erhöht. Der Kirchturm war niedriger, als das Kirchenschiff, weshalb die Killerner Kirche bis zum dortigen Zeitpunkt als „größte Kirche der Welt“ betitelt wurde, da sie sogar ihren Turm überragte.
Seit längerer Zeit hatte die Kirche mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen, so wurde Ende der 1990er Jahre der echte Hausschwamm im Dachtragwerk festgestellt und in der Kirche Anfang der 2000er Jahre Schimmelbildung an den Deckenbildern.
Aufgrund fehlender Finanzmittel blieb es damals nur bei der Schadensfeststellung.
Auf einen neuen Auftrag im Jahr 2012 folgte eine Klimauntersuchung und die genaue Ermittlung des Schadensumfangs. Das Architekturbüro Wallisch stellte 2015 den Sanierungsaufwand in einer Kostenberechnung zusammen, die jedoch wiederum die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde überstiegt.
Glücklicherweise stimmte das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg 2018 einer Sonderfinanzierung zu, sodass das marode Dachtragwerk und der Innenraum der Filialkirche in Killer in reduziertem Umfang saniert werden konnten. Die Bauleitung hatte das Erzb. Bauamt Konstanz. Weitere sechs Kirchen im Dekanat Zollern profitierten ebenfalls von dieser Sonderfinanzierung.
Nach Antrag auf Zuschuss von der Denkmalpflege und Bewilligung der Zuwendungen, konnten im Jahr 2022 die Arbeiten vor Ort beginnen. Hierbei handelte es sich konkret um die Dachtragwerkssanierung und die Restaurierung der Raumschale sowie der künstlerischen Ausstattung. In der Kirche wurde eine automatische Be- und Entlüftung an den vorhandenen Kirchenfenstern installiert.
So konnten nach knapp 20 Jahren die dringendsten Arbeiten durchgeführt und ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden. Die Kirche ist nun durch ein saniertes Dach geschützt und kann keinen weiteren Schaden nehmen.
